Mittwoch, 25. April 2012

Afrika - eine Inspiration für Autoren

Mein Dank geht an das ISIXX TEAM in Bayern.

Ein Kontinent, viele Staaten. Eine wahre Fundgrube für angehende und bereits eingefleischte Autoren. Afrika bietet nicht nur Landschaften, die kaum ein Schriftsteller vermag in Worte zu fassen – es bietet vor allem realistische Themen, die zur Diskussion anregen sollen. Ob Kriegsdrama, Komödie oder Jahrhundertgeschichten, ob Erzählungen, Gedichte oder Reime – Afrika ist die Mutter der Inspiration. 

In diesem Beitrag könnte man unzählige Romane vorstellen, die unserem Kontinent Afrika gerecht werden, und jedes einzelne literarische Werk hätte es auch verdient. Dennoch sollte die Gelegenheit ergriffen werden, auch einmal unbekannte Werke von unbekannten Autoren der breiten Leserschaft vorzustellen.
„DER KEIM DER FURCHT“, so heißt der aktuelle Polit-Thriller des deutschen Autoren Steffen Bärtl, der damit seinen dritten Roman veröffentlicht hat. Im Vordergrund stehen Themen, die uns allesamt beschäftigen – direkt betroffen oder mitfühlend.
Wer hört nicht in den Nachrichten die täglichen Szenarien von Todeswellen, die durch die Länder Somalia oder Äthiopien ziehen. Bewusst wurden diese beiden Länder genannt, denn sie sind es, in denen die Handlungen von „DER KEIM DER FURCHT“ angesiedelt sind. Die Problematik Kindersoldaten, Hungersnot und dahin vegetierende Dorflandschaften sind besonders detailliert dargestellt, so dass man beim Lesen des Romans fühlt, direkt am Ort des Geschehen zu sein und alle Gräueltaten, sowie auch die Humanität hautnah mitzuerleben. Schonungslos stellt er die Gewalt dar und zugleich an den Pranger. Autor Steffen Bärtl versucht es nicht einmal, die niederen Instinkte, wie Mordlust, Spaß am Foltern, mit schönen Worten zu umschmeicheln. Dadurch bezieht der Autor einen klaren Standpunkt  über die Empfindlichkeit des moralischen Rechts. Mit diesem Roman schuf der Autor ein sensibles, wie schonungsloses kleines Meisterwerk, das viel Konzentration vom Leser abverlangt. Während des Lesens begibt sich der Leser auf eine Reise tief sitzender Emotionen, die spürbare Machtlosigkeit durch den Verstand treibt und wissend, ohnmächtiger Lähmung von verlangter Taten.
Protagonist des Romans ist „André Hartmann“, der bereits in zwei Vorgängern seine diplomatische Fähigkeiten als „Deutscher Botschafter“ von Washington D.C. aktiv zur Schau stellte. Diplomatie ist auch das Thema, welches der Autor beim Schreiben selbst eingegangen ist. So stellt er dem Leser, gewollt oder ungewollt, die Frage: "Welchen politischen Weg würden Sie einschlagen?“
Eine Frage, die von uns ein Überdenken unsere eigenen moralischen Werte-Vorstellung abverlangt. Auf jeden Fall steht die Menschlichkeit und die Bekämpfung von Gewalt durch diplomatische Entscheidungen im Mittelpunkt von Steffen Bärtls Roman „DER KEIM DER FURCHT“.

2009 veröffentlichte Steffen Bärtl seinen ersten Roman „Das Geheimnis der Osiris“, welches die Thematik eines manövrierunfähigen Kreuzfahrtschiffes innehat. Vielen Lesern werden die Bilder der gekenterten „Costa Concordia“ noch in Erinnerung sein. Wie an diesem Beispiel zu erkennen, erlebt man es selten, dass eine fiktive Handlung von der Realität eingeholt wurde, was die Spannung des Erstlingswerkes keineswegs schmälert. Es beklemmt umso mehr unser Empfinden von Gelesenem, weil wir kontinuierlich mit der Realität Vergleiche ziehen. Ein Jahr später erschien bereits Steffen Bärtls zweiter Roman „Der Sturm des Orients“. Und wiederum behandelte er ein Thema, das die Realität einholte. Eine Terrorwelle über Europa und mittendrin André Hartmann, als des Autors Versuch, Logik und vielleicht auch einen Lösungsweg, um zu verstehen, warum dies geschieht. Auf seinen gezielten Recherche-Reisen sammelt Autor Steffen Bärtl, wie in Paris und Athen, hilfreiche Informationen über die Mentalität der Menschen, das Flair der Städte, sowie geeignete Schauplätze, die es im Anschluss gilt, zu einer packenden, spannenden und realistischen Geschichte zu formen. Mit „Der Keim der Furcht“, ist ihm dies zweifelsohne sehr gut gelungen. Nun muss jeder Leser für sich selber herausfinden, ob der Inhalt das hält, was der Titel „Der Keim der Furcht“ verspricht.
Geboren wurde Steffen Bärtl 1977 in Torgau – Deutschland. Aufgewachsen im Sozialismus, erlebte er im Teenager-Alter den Fall der Mauer. Nach dem Realschulabschluss zog es ihn zur Bundeswehr, wo er seinen Grundwehrdienst ableistete. Er absolvierte eine 3-jährige Ausbildung zum „Staatlich geprüften Altenpfleger“. Seit 2007 ist er in der K&S Seniorenresidenz Torgau beschäftigt. Neben seiner pflegerischen Tätigkeit, schreibt er nach Feierabend an seinen Romanen, um einmal von ihnen leben zu können. Zu wünschen, wäre es ihm.

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