Sonntag, 27. Mai 2012

NICHTS ALS ERLÖSUNG

NICHTS ALS ERLÖSUNG von Gina Klönne

 

Mein Dank geht heute an Alexandra Künzler vom Buchblog "DER BÜCHERWAHNSINN".


Genre: Krimi
Verlag: Ullstein
Format: Hardvover
ISBN: 978-3-550-08777-6
Seiten: 345
Preis: 23.10 Fr / 19.99 €
Kaufen bei: exlibris.ch / amazon.de

Zum Buch

Ich bin Judith Krieger, arbeite für die Mordkommission als Hauptkommissarion. Eine neue Tat die ich mit meinem Team grade bearbeite erscheint erstmal als ein "normaler" Mord, doch je weiter wir graben desto merkwürdiger wird es, je tiefer geraten wir in die Vergangenheit, eine echt unrühmliche noch dazu. Dass es dazu noch irgendwie mit einem unaufgeklärten Fall vor 20 Jahren zu tun hat macht das ganze nicht einfacher, sondern verwirrt uns wenn wir ehrlich sind, doch ich bin hartnäckig, kann mich verbeissen und mein Bauchgefühl sagt mir das hier was nicht stimmt... 
Erster Satz:
Wenn es je ein Ort gab, der mit ein zu Hause wurde, dann dieser.
Meine Meinung
Titel und Cover:
Der Titel passt, auch wenn man bis zum Schluss warten muss um es zu verstehen oder damit etwas anfangen zu können aber das Cover, das hat sich mir bis zum Schluss nicht erschlossen, passt in meinen Augen eigentlich nicht wirklich. Also wenn man jetzt den Titel mit dem Bild in einen Kontext stellt. 
Schreibstil:
Jep, dieser ist echt besonders, und hat es mir ganz und gar nicht einfach gemacht, denn dieser war hauptsächlich schuld daran das ich das Buch nicht mochte, es nicht mein Fall war. Mein Mann hat gefragt was denn das Problem ist, und ehrlich es ist nicht ganz einfach in Worte zu fassen. Erstens fühlt sich der Schreibstil emotionslos an. Es kommt mir vor als würde mir ein Prof. ein Vortrag runterrattern, ohne irgendwelcher Spannung. Man schläft fast ein auch wenn das Thema das es grade bespricht eigentlich interessant wäre, wie auch der Plot an sich dieser Geschichte. Anders aus gedrückt kommt es einem auch so vor als würde man ein Actionfilm ins Slow Motion gucken... 
Die Geschichte: 
Wie schon oben erwähnt ist das Thema worum es hier geht an sich sicher kein leichtes, sondern die Autorin setzt sich mit dem heiklen Thema "Kinderheime in der Nachkriegszeit" auseinander, oder mehr, mit den Folgen die die damalige Erziehung und die vielen Misshandlungen nachsich gezogen haben für die einzelnen Personen, wenn sie es dann überlebt haben. Da ihr Schreibstiel aber so kalt und distanziert ist, kommt selten Spannung auf, und wenn, ist es auch gleich wieder vorbei damit und ich musste mich jetzt wirklich jeden Tag abkämpfen um einige Seiten zu lesen. Nicht wegen der Geschichte an sich, die sicher sehr gut recherchiert wurde, aber so was ohne irgendwelche Spannung zu lesen ist echt mühsam. Sie bringt zwar auch die Fäden bis zum Schluss zusammen, auch wenn der Schluss für mich irgendwie dann doch zu schnell und vor allem unlogisch abläuft oder zu konstruiert. Irgendwie nichts war wirklich überraschend noch hab ich das Buch dann befriedigt weg gelegt. 
Personen: 
Die Protagonistin Judith ist ebenfalls sehr kalt wie ich finde, zwar möchte die Autorin etwas weiches in die Person rein schreiben, die immerhin ihrem Bauchgefühl folgt doch das gelingt ihr nicht wirklich, und ehrlich, manchmal nervt sie ganz schön. 
Auch Manni, ihr Partner bekommt manchmal seine privaten Momente doch auch bei ihm bleibt es oberflächlich. Scheint einfach als könnte die Autorin sich nicht entscheiden ob privates in der Geschichte Platz haben sollte oder nicht. es wird zwar etwas verraten aber eben doch zu wenig als dass man die Personen dann wirklich im Kopf behalten kann und daher wirken alle nur 2 Dimensional. Daher könnte ich jetzt nicht mal sagen wie die einzelnen Personen aussehen... es entstanden nicht wirklich Bilder in meinem Kopf. Und das find ich einfach schade.


Bewertung:
2 von 5 Sternen


Liebe Grüsse
Alexandra

Mittwoch, 9. Mai 2012

Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid

von Gabriella Engelmann

Mein Dank geht heute an Christina Mettge von "Pudelsmütze Bücherwelt", für Ihre Rezenssion.

Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3-401-06488-8

Cover:

Wie ihr seht habe ich dieses Buch als Hörbuch gehört. Das Cover ist, wenn man ehrlich ist, zwar schön aber so wirklich passen tut es meiner Meinung nach nicht. Auch das Buchcover finde ich zwar schön, aber auf Schneewittchen kommt man dadurch nun wirklich nicht…
Daher hier auch nur:
winter_cap_redwinter_cap_redwinter_cap_red
Klapptext:
Bella würde alles dafür tun, die Schönste zu sein – doch ihre hübsche Stieftochter Sarah ist ihr dabei ein Dorn im Auge. Nach einem Mordanschlag muss Sarah um ihr Leben fürchten und flüchtet in eine WG. Die sieben Jungs – genannt „Die Zwerge“ – kümmern sich rührend um ihre Mitbewohnerin und Sarah wähnt sich in Sicherheit. Doch als sie einen Modelvertrag unterschreibt und sich in den attraktiven Felix verliebt, setzt Bella alles daran, ihre Konkurrentin ein für alle Mal aus dem Weg zu räumen …
Der Klapptext sagt im großen und ganzen aus was einem in diesem Buch erwartet. Ich finde ihn definitiv besser als bei 100 Jahre ungeküsst, da beides aus dem selben Verlag und von der selben Autorin kommen ziehe ich hier ausnahmsweise mal den Vergleich. Auch macht dieser Klapptext Lust darauf das Buch zu lesen.
Daher hier auch:
winter_cap_redwinter_cap_redwinter_cap_redwinter_cap_redwinter_cap_red
Meine Meinung:
Meine Märchenfee (Anm. d. Red. Gabriella Engelmann) erwartet von mir hier sicherlich nichts “normales” sondern vielmehr sehr viel Ironie. Soll sie auch bekommen. Aber vorher möchte ich euch noch sagen das mir das Buch sehr gut gefallen hat, auch wenn ich jetzt gleich “aushole” am Ende komme ich dann nochmal auf das “positive” zurück, weiter lesen lohnt sich also!
Also liebe Märchenfee los geht´s!
*Ironie an*
Meine Märchenfee musste ja schon Dornröschen verunstalten, naja, oder in das heutige Hamburg versetzten… hat aber leider den Krebs übersehen, wer die Rezi gelesen hat weiß wovon ich schreibe. Aber sie hat ja schon zwei weitere traditionelle Märchen in ein neues Gewand gebracht, unter anderen eben auch Schneewittchen. So weit so gut, ich muss zugeben ich habe mir diesmal nicht nochmal das Original gelesen habe, aber auch so erinnere ich mich ganz gut an das Original. Natürlich wurde das auch wieder von den beiden Brüdern verfasst welche, naja, wenn man sich die Originale mal durchliest, heute an keinem Lektor mehr vorbei kommen würde…
Ich habe ja der Märchenfee schon das eine oder andere Mal vorgehalten nur unter LSD zu schreiben, auch diesmal muss sie was genommen haben… denn mal ehrlich, wer kommt auf die bescheuerte Idee Schneewittchen mitten nach Hamburg Langenhorn zu setzen und sie in die Schanze zum ausgehen zu schicken? Oder auf den Kiez? Sorry, ich glaube das original Schneewittchen wäre nie auf die Idee gekommen, die war viel zu lieb um so was zu machen, denn mal ehrlich, welches Kind welches seinen Vater verehrt und kurz nach seiner Geburt seine Mutter verliert würde wohl ständig auf die Piste gehen? Ok, bei der Stiefmutter verstehe ich es ja das man sich besaufen muss um sie zu ertragen…
Naja und die steht ja nun mal auch mit im Mittelpunkt… denn die ist extrem eifersüchtig auf Sarah, wie Schneewittchen bei meiner Märchenfee heißt. Und versucht ihr ans Leder zu kommen… mit Hilfe eines “Kiezschlägers” oder zumindest einer Person der man im dunklen nicht unbedingt begegnen möchte. Und auch die “alte” will Sarah umbringen, leider so ziemlich genauso wie die Gebrüder Grimm Schneewittchen… es war mal wieder zu hervorsehbar! Man hätte doch auch mal was “neues” machen können, was modernes. Ok, sie hat die heutigen Schwierigkeiten eingebaut wenn es um die Beschaffung von Gift geht, aber sonst… neeee….
Auch die “sieben Zwerge” kommen bei ihr vor. Tut mir leid aber Zwerge mitten im Karolinenviertel? Wer soll so einen Quatsch glauben!? Auch wenn es hierfür eine gute Erklärung gibt, aber ich frage mich wo sind die sieben Berge? (In Hamburg im Zentrum gibt es keine Berge Zwinkerndes Smiley )Von denen habe ich nichts gehört, oder überhört…!? Und genau das hätte mich wirklich interessiert, auch wie sich die Zwerge benehmen, ihr alter, ihre Art und ihre Probleme, sorry vieles gab es im Original nicht und einiges hat mir gefehlt oder passte nicht….
Ein letztes hab ich noch, was mir so richtig gefehlt hat. Ein Highlight war als Kind immer der Sarg aus Glas in dem Schneewittchen lag nachdem sie den vergifteten Apfel gegessen hat. Der fehlt! Das ist auf Fauxpas der nicht entschuldbar ist, als ich mir vornahm dieses Buch als Hörbuch zu lesen und mich nochmal zurück erinnerte was mich immer an Schneewittchen als Kind fasziniert hat dann war das der Apfel (davon kommen genug vor) und der Sarg aus Glas. Dafür müsste ich 10 Mützen abziehen! Genauso das Ende, es ist viel zu freundlich, denn im Original muss die böse Stiefmutter in rotglühenden Eisenpantoffeln solange tanzen bis sie tot zusammenbricht. Hier? Fehlanzeige! Ok, das mit der Folter ist schon lange Out, aber sie kommt mir viel zu nett davon. Und auch sonst geht alles viel zu Glatt aus. Ich geb ja zu das ich Romanfiguren mit denen ich mitfiebere nur das beste Wünsche aber andererseits fehlt dann am Ende das was ein “gutes” Ende ausmacht, nämlich das was offen bleibt, das etwas nicht so zu ende geht wie man es sich für die Figuren die man mag wünscht, etwas was im Gedächtnis bleibt. Bücher die zu glatt ausgehen, sind aus den Augen – aus dem Sinn. Liebe Märchenfee das möchte ich das nächste mal besser lesen!
*Ironie aus*
So aber nu nochmal im ernst. Ich mag den Stil der Märchenfee, ihre Art wie sie Dinge zu Papier bringt. Ihre Märchenbücher sind ja ab 12 geeignet und so genannte All Age Bücher. Daher ist es ja besonders schwer eine Sprache zu finden die 12-jährige verstehen und erwachsene noch mit klar kommen. Wie schon im ersten Buch welches ich von ihr gelesen habe war dies der Fall. Aber hier brauchte ich ein wenig bis ich ins Buch “rein kam”, besonders weil ich es diesmal nicht als Buch sondern Hörbuch vor mir hatte. Aber nach den ersten Kapiteln war ich drin und wollte natürlich auch wissen wie die Märchenfee es umgesetzt hat, mal davon abgesehen das es dann ja doch irgendwann spannend wurde Zwinkerndes Smiley
Auch die Geschichte hat sie gut in die heutige Zeit übertragen, auch wenn mir einiges einfach “fehlte”. Aber sie wollte ja nicht das Original abschreiben, sondern ihre ganz eigene Version eines Schneewittchens erschaffen und das hat sie definitiv. Sie hat es einfach wieder einmal wundervoll umgesetzt und eine schlüssige Story aus einem alten Schinken gemacht den meine Mutter mir früher immer vorgelesen hat bevor ich schlafen musste (also ein Märchen von vielen).
Daher gebe ich hier auch ohne groß zu überlegen:
winter_cap_redwinter_cap_redwinter_cap_redwinter_cap_redwinter_cap_red

Mittwoch, 25. April 2012

"Oktoberfest" von Christoph Scholder

Rezensiert von Kerstin Schulz --> vielen Dank dafür.

In seinem Erstlingswerk erzählt Christoph Scholder von einem Angriff auf die Demokratie in Deutschland. Was passiert, wenn eine Truppe von kampferprobten Soldaten ein Land im Inneren angreift. Und das noch da, wo eigentlich viele Menschen nur ausgelassen feiern wollen. Das erzählt der Autor Christoph Scholder in seinem ersten Roman.

„Oktoberfest“ von Christoph Scholder 

 
[Eine Gruppe von ehemaligen, russischen Elitesoldaten bringen auf dem Münchner Oktoberfest 70 000 Menschen in ihre Gewalt und fordern die bayrische Landesregierung auf, ihnen ungeschliffenen Rohdiamanten im Werte von 2 Milliarden Euro zu beschaffen. Danach sollen die Geiseln frei sein. Der erste Abwehrversuch der bayrischen Landesregierung kostet einigen tausend Menschen das Leben. Noch mehr kann nicht riskiert werden. In ihrer Hilflosigkeit wendet sich die Landesregierung an die Bundesregierung. Auch hier besteht am Anfang nur Ratlosigkeit, die nur einer beheben kann. Wolfgang Härter soll vor Ort die Lage klären. Doch auch Wolfgang Härter muss erkennen, dass der für ihn unsichtbare Gegner in Form des Kommandanten Oleg Blochin sehr gut vorbereitet ist und auch sehr stark ist. So beginnt ein Kampf um Leben und Tod zwischen zwei Rivalen, die sich in der Kriegsführung bestens auskennen und die es gewohnt sind, unter Einsatz ihres Lebens zu kämpfen. Wolfgang Härter jedoch ist in der Pflicht, seine Aktionen so zu planen, dass die Geiseln so wenig wie möglich noch weiter gefährdet werden.]

Handlungsaufbau und sprachliche Gestaltung

Zu Beginn des Romans scheint dieser nichts von einem Thriller zu besitzen, da es vorwiegend um die Beschreibung des Geschäftsverhältnisses zwischen Karl Romberg und Werner Vogel geht. Eingebaut werden Schilderungen von Vorgängen beim Einsatz der russischen Armee in Krisengebieten. Dabei wird der Hauptperson Oleg Blochin langsam eingeführt, ebenso wie sein engster Mitarbeiterstab. Der Leser fragt sich zu Beginn von „Oktoberfest“, was diese Sprünge alle mit dem eigentlichen Inhalt zu tun haben. Im Verlauf der Haupthandlung wird immer wieder auf die Geschehnisse im Vorfeld zurückgegriffen und der Leser erhält somit ein abgerundetes Bild. Christoph Scholder lässt seinen Roman nicht mit der Übergabe der Diamanten und der Befreiung der Geiseln enden, sondern macht das, was oft bei vielen Thrillern vermisst wird. Er lässt die Handlung weiter laufen, indem er die Jagd auf die Geiselnehmer zur zweiten Haupthandlung werden lässt.
Besonders auffällig ist bei dem Thriller „Oktoberfest“, dass jedes neue Kapitel mit einem Zitat beginnt. Überwiegend sind dies Zitate von Carl von Clausewitz. Somit überzeugt der Autor den Leser, dass er sich mit der Thematik Krieg sehr intensiv auseinandergesetzt hat. Weiterhin fällt auf, dass seine Rückblicke immer genau mit Ort und Datum versehen sind. Der Leser wird also direkt in die Handlungszeit und den Ort hineinversetzt.
Es gelingt ihm den Leser durch seine sprachliche Gestaltung in die jeweilige Situation zu versetzen und durch seine Satzkonstruktionen einen angenehmen Lesefluss zu schaffen. Was das Buch lesenswert macht ist eine recht außergewöhnliche, wie auch gewöhnungsbedürftige Aufbauweise. Der Anfang wirkt ziemlich schleppend und der Leser weiß nicht so recht, was ihn erwartet. Doch Christoph Scholder gelingt es, Spannung aufzubauen, diese wieder abflachen zu lassen und wieder aufzubauen. Gerade diese Vorgehensweise macht das Buch zu einem besonderen Thriller, der den deutschen Buchmarkt um eine neue Form des Thrillers bereichert.
Auch der Einband des Romans ist gelungen. Sowohl farbliche als auch die Bildgestaltung sind sinnvoll und dem Inhalt entsprechend ausgewählt.
Christoph Scholder: "Oktoberfest", Verlag Droemer & Knaur, 2010, ISBN: 978-3-426-19888-9,19,95€

Afrika - eine Inspiration für Autoren

Mein Dank geht an das ISIXX TEAM in Bayern.

Ein Kontinent, viele Staaten. Eine wahre Fundgrube für angehende und bereits eingefleischte Autoren. Afrika bietet nicht nur Landschaften, die kaum ein Schriftsteller vermag in Worte zu fassen – es bietet vor allem realistische Themen, die zur Diskussion anregen sollen. Ob Kriegsdrama, Komödie oder Jahrhundertgeschichten, ob Erzählungen, Gedichte oder Reime – Afrika ist die Mutter der Inspiration. 

In diesem Beitrag könnte man unzählige Romane vorstellen, die unserem Kontinent Afrika gerecht werden, und jedes einzelne literarische Werk hätte es auch verdient. Dennoch sollte die Gelegenheit ergriffen werden, auch einmal unbekannte Werke von unbekannten Autoren der breiten Leserschaft vorzustellen.
„DER KEIM DER FURCHT“, so heißt der aktuelle Polit-Thriller des deutschen Autoren Steffen Bärtl, der damit seinen dritten Roman veröffentlicht hat. Im Vordergrund stehen Themen, die uns allesamt beschäftigen – direkt betroffen oder mitfühlend.
Wer hört nicht in den Nachrichten die täglichen Szenarien von Todeswellen, die durch die Länder Somalia oder Äthiopien ziehen. Bewusst wurden diese beiden Länder genannt, denn sie sind es, in denen die Handlungen von „DER KEIM DER FURCHT“ angesiedelt sind. Die Problematik Kindersoldaten, Hungersnot und dahin vegetierende Dorflandschaften sind besonders detailliert dargestellt, so dass man beim Lesen des Romans fühlt, direkt am Ort des Geschehen zu sein und alle Gräueltaten, sowie auch die Humanität hautnah mitzuerleben. Schonungslos stellt er die Gewalt dar und zugleich an den Pranger. Autor Steffen Bärtl versucht es nicht einmal, die niederen Instinkte, wie Mordlust, Spaß am Foltern, mit schönen Worten zu umschmeicheln. Dadurch bezieht der Autor einen klaren Standpunkt  über die Empfindlichkeit des moralischen Rechts. Mit diesem Roman schuf der Autor ein sensibles, wie schonungsloses kleines Meisterwerk, das viel Konzentration vom Leser abverlangt. Während des Lesens begibt sich der Leser auf eine Reise tief sitzender Emotionen, die spürbare Machtlosigkeit durch den Verstand treibt und wissend, ohnmächtiger Lähmung von verlangter Taten.
Protagonist des Romans ist „André Hartmann“, der bereits in zwei Vorgängern seine diplomatische Fähigkeiten als „Deutscher Botschafter“ von Washington D.C. aktiv zur Schau stellte. Diplomatie ist auch das Thema, welches der Autor beim Schreiben selbst eingegangen ist. So stellt er dem Leser, gewollt oder ungewollt, die Frage: "Welchen politischen Weg würden Sie einschlagen?“
Eine Frage, die von uns ein Überdenken unsere eigenen moralischen Werte-Vorstellung abverlangt. Auf jeden Fall steht die Menschlichkeit und die Bekämpfung von Gewalt durch diplomatische Entscheidungen im Mittelpunkt von Steffen Bärtls Roman „DER KEIM DER FURCHT“.

2009 veröffentlichte Steffen Bärtl seinen ersten Roman „Das Geheimnis der Osiris“, welches die Thematik eines manövrierunfähigen Kreuzfahrtschiffes innehat. Vielen Lesern werden die Bilder der gekenterten „Costa Concordia“ noch in Erinnerung sein. Wie an diesem Beispiel zu erkennen, erlebt man es selten, dass eine fiktive Handlung von der Realität eingeholt wurde, was die Spannung des Erstlingswerkes keineswegs schmälert. Es beklemmt umso mehr unser Empfinden von Gelesenem, weil wir kontinuierlich mit der Realität Vergleiche ziehen. Ein Jahr später erschien bereits Steffen Bärtls zweiter Roman „Der Sturm des Orients“. Und wiederum behandelte er ein Thema, das die Realität einholte. Eine Terrorwelle über Europa und mittendrin André Hartmann, als des Autors Versuch, Logik und vielleicht auch einen Lösungsweg, um zu verstehen, warum dies geschieht. Auf seinen gezielten Recherche-Reisen sammelt Autor Steffen Bärtl, wie in Paris und Athen, hilfreiche Informationen über die Mentalität der Menschen, das Flair der Städte, sowie geeignete Schauplätze, die es im Anschluss gilt, zu einer packenden, spannenden und realistischen Geschichte zu formen. Mit „Der Keim der Furcht“, ist ihm dies zweifelsohne sehr gut gelungen. Nun muss jeder Leser für sich selber herausfinden, ob der Inhalt das hält, was der Titel „Der Keim der Furcht“ verspricht.
Geboren wurde Steffen Bärtl 1977 in Torgau – Deutschland. Aufgewachsen im Sozialismus, erlebte er im Teenager-Alter den Fall der Mauer. Nach dem Realschulabschluss zog es ihn zur Bundeswehr, wo er seinen Grundwehrdienst ableistete. Er absolvierte eine 3-jährige Ausbildung zum „Staatlich geprüften Altenpfleger“. Seit 2007 ist er in der K&S Seniorenresidenz Torgau beschäftigt. Neben seiner pflegerischen Tätigkeit, schreibt er nach Feierabend an seinen Romanen, um einmal von ihnen leben zu können. Zu wünschen, wäre es ihm.